Meine Spuren im Sand đŸŽ”đŸŽ¶

Schon etwas peinlich, das Lied. Aber ich kann nix dafĂŒr, sobald ich Spuren im Sand sehe, ist es sofort da. Ähnlich ging’s mir in Griechenland, immer wenn ich dort den Wein in der Blechkaraffe gesehen hab. Die Spuren im Sand, das sind ĂŒbrigens meine, deshalb auch der etwas angepasste Titel. Sie befinden sich am Strand der Insel Espalmador, zwischen der SĂŒdspitze Ibizas und Formentera. Wahrscheinlich sind sie heute nicht mehr da – so wie es das Lied prophezeit ‚đŸŽ”die ich gestern noch fandâ€ŠđŸŽ¶‘. Hier auf Espalmador gibt es eine Bucht – etwas hochtrabend „Puerto el Espalmador“ genannt, eine weite Sichel mit Sandstrand, von Wellen aus Nord bis SĂŒdost geschĂŒtzt. Groß ist die Insel nicht, ein paar DĂŒnen noch, und zwei, drei HĂ€user – scheinbar ist die Insel in Privatbesitz.

In Sant Antoni haben wir –endlich- die neuen Ruderdollen (das sind die Dinger am Boot, wo die Riemen befestigt werden, dass man tatsĂ€chlich rudern kann, und nicht nur Paddeln) an unser Beiboot geklebt, 48 Stunden spĂ€ter ist der Kleber abgebunden und ein Testlauf war fĂ€llig. Ergebnis: sie halten. Die DĂŒnen der Insel sind geschĂŒtzt, ganz allgemein scheint das hier ein Nationalpark zu sein, steht zumindest in manchen FĂŒhrern. Jedenfalls ist es hier ein Posidonia Schutzgebiet, und das, das erfordert einen eigenen Absatz, weiter unten. Ich gehe ein wenig auf der Insel spazieren, liege ein wenig faul im Sand.

Posidonia ist ein Seegras, auf Deutsch Neptungras, welches sich immer mehr in unser Bewusstsein gedrĂ€ngt hat in den letzten Wochen. Seegras in Ankerbuchten war schon immer ein Thema: da hĂ€lt der Anker nicht so gut, deshalb vermeidet man es. Allerdings hat man mittlerweile festgestellt, dass Posidonia ein wichtiges Element einer gesunden Meeresökologie ist: bindet CO2, schĂŒtzt den Boden vor Erosion und bietet diversen Tieren ein wichtiges Nahrungs- und Fortpflanzungsumfeld. Entsprechend ist es mittlerweile in verschiedenen Formen geschĂŒtzt. In Italien war hĂ€ufiger im RevierfĂŒhrer zu lesen ‚anchor, taking care not to damage the Posidonia grass‘, hier auf den Balearen, isb. auf Ibiza, findet sich hĂ€ufig auf der elektronischen Seekarte der Hinweis ‚prohibited, see BOIB decree 25/2018‘. Der Hinweis findet sich leider nur, wenn man dann weit in die Karte hineinzoomt, und ist in unserem (Papier-)RevierfĂŒhrer noch nicht enthalten. Also plant man seine Tagesetappe, entscheidet sich fĂŒr diese oder jene Bucht, und erst, wenn man so weit kommt, dass man den nahen Zoom braucht fĂ€llt einem der Hinweis auf. Wir haben dann mal gegoogelt, und am Ende ein 48-seitiges Dokument gefunden (der Gesetzestext auf Katalanisch), mit ein paar LageplĂ€nen am Ende. Es gibt rote und gelbe Zonen, und bestimmt wĂŒrden sich auf den ersten 30 Seiten auch herauslesen lassen, was das bedeutet, wĂŒrde man katalanisch können. Irgendwann war ein Hinweis gefunden, dass rot Ankern verboten bedeutet, und gelb irgendwas wie ‚bei Vorhandensein von Ankerbojen kein wildes Ankern‘. Jedenfalls sind wir nun in einer gelben Zone, und haben peinlichst genau darauf geachtet, in der Mitte eines großen Sandflecks zu ankern, so dass weder Anker noch dessen Kette Schaden anrichten kann. Die anderen Boote in der Bucht scheint das weniger zu interessieren, einige davon pflĂŒgen weiter fröhlich durch’s Seegras. Das Seegras ist ĂŒbrigens auch fĂŒr die sogenannten ‚SeebĂ€lle‘ verantwortlich. Die sieht man manchmal auch in HĂ€fen treiben, und bislang hielt ich die Bollen meist fĂŒr 
 was Anderes.

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