Von Merzouga nach Fes sind es fast 500km und damit fast acht Stunden Fahrt. Vielleicht halten wir irgendwo in der Mitte an? Da gibt es einen Ort, passenderweise „Midelt“ genannt, da reservieren wir ein Hotel. Ich schreibe Blog und lade Fotos hoch, die anderen gucken sich die Stadt an, und kundschaften das Restaurant aus. Kurz vor acht geht es dann los, das Restaurant heißt witzigerweise Merzouga. Leckere Fleischspießchen satt. Die Mädels haben noch einen freundlichen, spanischsprechenden Berber gefunden, der uns nach dem Essen einlädt, dass wir uns Teppiche ansehen. Er breitet eine riesige Auswahl aus, erklärt Materialien und Symboliken, der Arbeitsaufwand für jeden Teppich. Preise sind ihm nicht zu entlocken. Wir sollen danach sagen, welche uns gefallen, und welche gar nicht in Frage kämen. Danach würde man sich – Insh’Allah – sicher auf einen Preis einigen. Ich habe im Iran einige Teppiche gekauft, eigentlich brauche ich nix. Ein paar wären hübsche Souvenirs, aber… Adriana und Diana verhandeln ernsthafter. So langsam kristallisiert sich auch eine Preisvorstellung heraus, aber es sprengt definitiv das, was ich für einen Impulskauf bereit bin zu zahlen. Am Ende wird es ein kleiner Kelim für die Mädels für 90€.


Am nächsten Morgen wollen wir früh aufstehen, vor Fes noch die Stadt Meknes besuchen, mit einem sehenswerten Stadttor. Das Frühstück im Hotel ist gigantisch: Suppe, frisch gepresster Orangensaft, Omelett, ganz dünnes gebratenes Brot und Kaffee aus einer großen Espresso-Maschine. Dann geht’s los über die Berge. Google weist eine Straßensperrung auf der N13 aus, aber ich (ver)fahre etwas nach Gefühl, und als wir den Fehler bemerken, sind wir schon an dem für die Sperrung notwendigen Schlagbaum vorbei. Er war offen. Die Landschaft hier ist extrem, und ändert sich jetzt schnell. Tatsächlich liegt Schnee neben der Straße, vom Pflug auf ca. 1m Höhe aufgeschoben, und auch auf dem Gelände daneben. Aber die Straße ist trocken, auch bis hin zu den Schneehaufenrändern. Hoch geht es durch einen leichten Mischwald, dann sind wir auf einer Ebene. An einigen Stellen wird wild geparkt, findige Marokkaner verleihen selbstgebaute Schlitten auf ausrangierten Ski. Etwas weiter ein echter Parkplatz, der ganze Berg ist voller Menschen. Dann noch etwas weiter ein Parkplatz am „Parc des Macaques de Barbarie“, im „Reserve naturelle de cèdres“. Hier wird nicht nur am Rande des Waldes Schlitten gefahren, auf den Bäumen und darum sitzen Affen – Makakken. Adriana und Diana haben ein paar Apfelbutzen, Cashewnüsse zum Verfüttern, und sind kurz darauf bei den Affen sehr beliebt. Es werden immer mehr, sie fangen an Hosen zu zupfen, und greifen nach den Händen, aus denen für andere Affen Nüsse kamen. Es wir den Mädels langsam ungeheuer; mein Mitleid hält sich in Grenzen.












Ein paar Parkplätze weiter ist wieder ein Töpferei Großhandel. Ich habe mich im Wüstencamp mit dem Koch nach dem fairen Preis für eine Tajine erkundigt, deshalb lache ich den Verkäufer aus, als er mir 15€ als Preis nennt. Ich fange mit 4 € an, Ziel ist 5,50 €. Am Ende einigen wir uns auf 7€. Wir fahren wieder von den Bergen hinab in die Ebene, die sich nördlich des Atlas-Gebirges hinzieht. Zwischendrin ist neben der Straße tatsächlich Wiese, saftige grüne Wiese. Auch Obst und Bäume dazu gibt es in Hülle und Fülle. Dann sind wir in Meknes, und fahren zum Stadttor. Ein freundlicher Berber zeigt uns einen Parkplatz, erzählt etwas, und ist durch unser Sprachwirrwarr irritiert. Es stellt sich heraus, dass er für uns den Stadtführer machen, und wir wollten eigentlich nur das Stadttor fotografieren und etwas essen. Das Essen ist lecker und reichhaltig, alle außer mir essen eine Pastilla: ein Gebäck gefüllt mit Hühnchen, Gemüse und exotischen Gewürzen. Besonders daran ist, dass sich das Gericht unschlüssig ist, ob es jetzt süß oder herzhaft ist. Die Füllung ist in etwas ähnlichem wie Yufka-Teig gehüllt, und mit Puderzucker und Zimt bestreut. Ich nehme eine Tajine mit Pflaumen und Aprikosen, muss mich für meine neue Tajine inspirieren lassen. Danach verlaufen wir uns noch ein wenig durch die Medina bevor wir zum Auto zurückkehren.









Nach Fes ist es danach nur noch 1 ½ Stunden, ich werde zu einem öffentlichen Parkplatz gelotst. Nach einem kurzen WhatsApp Chat kommt ein freundlicher Marokkaner mit einer Art Schubkarre. Er wird uns das Hotel zeigen, und lädt unser Gepäck auf seine Karre.
Unser Hotel ist wieder ein Riad – das ist ein Marokkanischer Häusertyp, eher quadratisch im Grundriss, meist mit 2-3 Vollgeschossen und einer Dachterasse. In der Mitte ist das Haus offen, der erste Stock ist also ein nach innen gerichteter Balkon / Laubengang, von dem aus die Zimmer weggehen. Im Erdgeschoss ist in der Mitte zumindest Platz für einen Brunnen, und meistens ist auch einer. Es gehen kaum Fenster nach außen, sondern alle in den Innenhof, Fenster nach außen wären auch problematisch, weil die Riads alle dicht an dicht stehen. Um halb acht machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Ich könnte gut ein paar Fleischspießchen verdrücken, aber der Rest behauptet, keinen Hunger zu haben. Adriana vermisst Bier, und fragt Google. Google führt uns zu einem Hotel mit dem Britisch Saloon und der Churchill Lounge. Hier gibt es Casablanca Bier, für 5 € die 0,33 l Flasche. Mei, zwo Halbe san aa a Schnitzel.








