Ahhhh, die Sahara: unendliche Weiten, hohe Dünen, Einsamkeit, beklemmende Stille. Unser Ziel: ein abgelegenes, exklusives Wüstencamp. Soweit die Theorie/Erwartung. Der Sound der Wüste hier: Knattern.
Am 1. Januar brechen wir auf, um in meine Stadt zu fahren: MERZouga. Vielleicht sollte ich auch beleidigt sein, dass sie nur so ein Kaff nach mir benannt haben. Gute 200km, durch weites, weites Land. Es ist hier schon Wüste, aber halt kein Sand. Die Straße führt teilweise schnurgerade zum Horizont.



In Merzouga finden wir dann das Start-Riad für unser Wüstenerlebnis in Erg Chebbi – so heißt die Sandwüste in diesem Teil Marokkos. Unser Auto ist nicht für die Dünen geeignet, deshalb haben wir den Transfer per Kamel gebucht. Boah, sind die Dinger ungemütlich, mir tut zwei Tage danach immer noch der Hintern weh. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich an die Bewegung, muss sich nur noch bei Stellen bergab festhalten. Frank und ich waren 2012 im Oman, und haben da auch eine Nacht in einem Wüstencamp gemacht. Dort war die Wüste aber etwas … weiter. Tatsächlich durchqueren wir die (Sand-)wüste hier in unter 90 Minuten mit dem Kamel (und die Viecher sind nicht schnell, unser Touareg-Führer läuft vorneweg), auch wenn Google Maps zeigt, dass es nicht der breiteste Punkt ist. Somit konzentriert sich das Wüstenerlebnis Marokkos auf diese Dünen. Alles, was sich touristisch mit (Sand-)wüste machen lässt, gibt es hier. Quad-fahren, Buggy fahren, mit der Geländemaschine auf die Dünen pesen, mit dem Kamel durchreiten, auf einem Snowboard die Düne runter surfen, mit dem Geländewagen durchfahren. Der Sound der Wüste also: Knattern. Brumm, Brumm. Die Kamele sind es wohl gewohnt, auch von einer Gruppe Quads überholt zu werden bringt sie nicht aus der Ruhe.




















Neben der großen Düne stehen ein paar Zelte zwischen ein paar Bäumen – ob das unser Camp ist? Nein. Ich hatte das mit der doch eher geringen Ausdehnung der Wüste hier nicht auf dem Schirm, und bin etwas irritiert, dass man nach ca. 40 Minuten wieder Palmen und Steinwüste sieht. Und ein paar Zelte. Das Wort „paar“ trägt im Deutschen die Bedeutung ‚wenige‘, es passt hier vielleicht nicht. Tatsächlich sind es mehrere Zeltsiedlungen. Die Zelte sind nicht nomadisch romantisch, sondern eher von dem Typ, der in Flüchtlings-Camps verwendet werden. Von außen; ich befürchte, dass es den Flüchtlingen im Zelt nicht so gut geht. Wir haben Teppiche, ein großes Doppelbett und ein kleineres Bett, ein WC, Waschbecken und Dusche mit reichlich warmen Wasser in einem abgetrennten Bereich. OK, es nannte sich ‚Luxury Camp‘. Es ist eigentlich fast schon too much. Das Restaurant-Zelt ist kommod geheizt, das Essen das internationalste, welches wir bislang hier gegessen haben. Nach dem Essen gibt es noch eine Folklore-Darbietung: Lagerfeuer mit Trommeln. Wir trinken dazu – nun in voller Besetzung – den Champagner vom Duty-Free in Köln





















Am nächsten Morgen Sonnenaufgang gucken, Frühstück, und dann mit dem Jeep zurück nach Merzouga und unserem Auto. Wir machen uns auf den Weg nach Norden, in Richtung Fes. In der ersten Stadt sehe ich einen Laden, der scheinbar Touareg-Tücher verkauft. Ein großes Schild bewirbt sie mit 20 Dirham, ca. 2 €. Wir halten an, erfahren, dass das die billigen Polyester-Tücher sind, aber wie wäre es mit denen hier? Baumwolle bester Qualität, fünf Meter zum Wickeln, nur 100 Dirham. Am Ende werden wir alle fündig, nur sind wir zu blöd zum verhandeln. Aber das ist OK, Mohammed ist eine ehrliche Haut, er verdient bei seinen Preisen sowieso kaum was, würde sich auch wirklich schlecht fühlen, wenn er Touristen über den Tisch ziehen würde.










blau nicht deine Farbe aber sonst voll im Trend
…das war ja dann fast „richtig“ weihnachtlich – schließlich sind auch Maria und Josef auf ihrem Esel in ähnlicher Landschaft unterwegs gewesen. Die Location stimmt zwar nicht, aber zumindest war es dort friedlich. Euch noch viel Spaß. Hier ist es winterlich – kalt und verschneit.