Kontinentswechsel

9:00, Gare Casa Voyageurs, Gleis 2, der TGV Al Boraq setzt sich in Bewegung. Er wird 2:16 für die Fahrt nach Tanger Ville benötigen, und auf die Minute pünktlich ankommen. Anfangs verläuft die Fahrt noch etwas gemächlich, zwischen Casablanca und Rabat ist so ziemlich die ganze Küste mehr oder weniger besiedelt. Aber die letzte Stunde bin ich beeindruckt, Geschwindigkeiten bis 315km/h. Die Reise hat mir ChatGPT empfohlen. Von Tanger Ville soll ich ins ca. 40km entfernte Tanger Med, um von dort aus die Fähre nach Algeciras in Spanien zu nehmen. Es gibt auch Fähren, die gehen von Tanger Ville/Port, aber die fahren nach Tarifa, und das ist auf spanischer Seite schlechter angebunden. Eigentlich wollte ich mit einem öffentlichen Bus fahren, aber als der nicht bald erscheint, trete ich mit einem Taxifahrer in Verhandlung. Ich behaupte, nur noch 100 Dirham zu haben, so kann ich den Preis von 25€ auf 15€ drücken (100 dh + 5€ in cash).

Tanger Med ist ein großer Industriehafen, aber es gibt auch ein Passagierterminal, welches ich kurz nach 12:00 erreiche. ChatGPT versprach alle 90 Minuten eine Abfahrt, aber ‚prochaine depart‘ ist erst um 15:00. Ich kaufe das Ticket, und frage den Menschen am Schalter, ob man auf der Fähre mit Dirham zahlen kann, da ich noch genau 52 habe. Nein, wird mir beschieden, und ich gucke mich nach einem kleinen Laden um. Wieviel ich denn noch hätte, fragt mich der am Schalter, und gibt mir pragmatisch dafür einen Fünf-Euro-Schein.

Das Boarding Gate hat schon offen (wird behauptet), und ich freue mich schon, dass ich an Bord der M/S KATTEGAT einen gemütlichen Sessel in Beschlag nehmen kann, aber Mal um Mal werde ich an der Tür zum Bus abgewiesen. Offensichtlich hätte es noch ein paar Fähren früher gegeben, für die man mir keine Karte verkaufen wollte. Mein Schicksal teile ich mit einem Paar+1 aus Deutschland. Um 15:30 lassen sie uns in den Bus und bringen uns zur Fähre. Meinen Pass musste ich bislang viermal vorzeigen. Mit einer Stunde Verspätung verlassen wir Tanger Med, und kommen entsprechend später in Algeciras an. Dann noch 55 Minuten auf den stündlich fahrenden Bus warten (Yeah!), und in Dunklen fahren wir Richtung Malaga.

Ein wenig habe ich es geahnt, und so für den Abend keinen Mietwagen gebucht. Im Wartesaal des Busterminals buche ich ein Hotel am Bahnhof in Malaga, und für den nächsten Morgen auch ein Auto.

Beim Warten treffe ich Paul, Engländer aus der Nähe von Newcastle, mit einer international verstreuten Familie die er nun als Rentner besucht (Marokko, Kenia, Philippinen) Paul war vorher in Gibraltar und hat dort ein paar Pubs besucht, man riecht’s. Er muss zum Flughafen nach Malaga, wo um 05:00 sein Ryanair-Flug nach Hause geht; aber er hat noch ein paar Dosen Bier. Paul hat auch ’ne Zeit in Deutschland gelebt, und spricht passabel Deutsch.

Um 22:00 komme ich am Busbahnhof in Malaga an, Hotel fünf Minuten entfernt, und dann ein Tapas-lokal gesucht. Ich finde es nicht, aber ein typisch spanisches Sushi & Ramen Restaurant springt mich an; immerhin sind die gebratenen Nudeln nach fünf Minuten da.

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