In einer Hadith, einer Überlieferungen über den Propheten Muhammad, steht:
مَنْ بَنَىٰ لِلّٰهِ مَسْجِدًا، بَنَىٰ اللّٰهُ لَهُ بَيْتًا فِي الْجَنَّةِ
Diesen Hadith kannte wohl auch König Hassan II (*1929. 👑1961. 🪦1999.). Sinngemäß übersetzt bedeutet er: „Wer um Allahs willen eine Moschee baut, dem baut Allah ein Haus im Paradies“. Auch wenn es viele Auslegungen und Interpretationen dazu gibt, Hassan II dachte sich wohl „Viel hilft viel“, obwohl das nicht genauso in den Texten steht. Gedacht, getan, ein Erlass im Jahre 1986 startete den Bau einer der größten Moscheen der Welt (Moscheeführer: „An Größe die Nr. 3 in der Welt, an Schönheit die Nr. 1“ – 25.000 Betende finden Platz im Innenraum, weiter 100k davor). Die Bauzeit lief bis 1993, die Moschee wurde aber bereits 1989 zum 60. Geburtstag des Königs eingeweiht. Offiziell ein Geschenk des Volkes an seinen König, wurde das Volk wohl auch ziemlich dazu genötigt.



















Wir besuchen die Moschee einmal Abends vor Rick’s Café, sehen sie aber nur von außen. Besuchen kann man sie – auch als nicht-Muslim – nur tagsüber. Also fahre ich am nächsten Tag mit dem Taxi hin, ’spende‘ 14 € für den Eintritt und bin drin. Ich schätze, die Fotos werden der Monumentalität nicht gerecht werden. Wirklich beeindruckend, und reichhaltig verziert. Wirklich schön. Man kann sich verschiedenen kostenlosen Führungen anschließen, in sechs verschiedenen Sprachen. Ich büchse immer wieder aus, um Fotos zu machen, aber bekomme doch einiges mit. Viele der Führer haben Humor. Was ist im Islam verboten? Stinkige Socken. Das die Frauen hinter den Männern beten müssen (wenn in einem Raum), sei keine Wertung sondern worauf würden sich die Männer sonst wohl konzentrieren, wenn vor Ihnen eine Frau kniet, die Stirn an den Boden gedrückt? In der Hassan II Moschee gibt es für die Frauen eine zweite Etage. Angeschlossen sind im Keller große Räume für die rituelle Waschung, es soll auch ein Hamam geben, wenn mehr Reinigung erforderlich ist.






Nach dem Besuch lasse ich mich nochmal in die Stadt fahren, zum Mohammed V Platz, und erkunde die Gegend. Ein Taubenbrunnen mit tausenden Tauben (die ich als Tier nicht so mag), ein Park der arabischen Liga, ein Fest der afrikanischen Kulturen. Ich versuche auch die Kathedrale Sacre Coeur zu besuchen, aber die ist heute für eine Veranstaltung geschlossen; von der Straße aus sehe ich durch die Tür eine großbildleinwand, es läuft ein Fußballspiel. Danach treibt es mich wieder in Richtung Hotel, ich hab auch erstmal genug. Morgen um 9:00 geht’s für mich auch wieder auf die Reise.