Vela del Sol S.L.

Einer der eindeutigsten Gründe für unsere Pause in Ibiza war ja, dass die verschiedenen Regionen Spaniens sich gegeneinander abgeschottet haben. Die Einreise nach Andalusien aus touristischen Gründen war verboten (aus Spanien, aus der EU wegen der geforderten Freizügigkeit aber erlaubt). Mein bester Freund aus der Grundschule ist mittlerweile Anwalt in Marbella, er schlägt schon im Oktober vor, dass wir einfach einen geschäftlichen Grund benötigen, um triftig nach Málaga zu reisen. Im November wollten wir von solchen Fisimatenten noch nichts wissen. Im neuen Jahr überlegen wir uns das ganze nochmal.

Wenn wir sowieso wegen Corona nicht weiterkommen, könnten wir ja auch in Spanien bleiben, und dort ein Geschäft mit unserem Segelboot aufziehen. Wir wär’s mit Eventreisen auf der Seestern? Team-Building? Perfekt – wir überlegen also die Grenzerfahrungs Segel GmbH in Andalusien zu gründen, wählen aber dann doch einen neutraleren spanischen Namen. Es soll die „Vela Sol S.L.“, werden, eine Sociedad Limitada mit 3000€ Stammkapital. Das Stammkapital soll als Sacheinbringung in Form der Segelyacht geleistet werden, deshalb wird man die Seestern wohl in Málaga schätzen müssen. Etwas Beratung und einen Notartermin brauchen wir auch. Unser Anwalt bestätigt uns den Termin, bringt auch in Erfahrung, dass es die Vela Sol im Handelsregister schon gibt, deshalb schwenken wir auf „Vela del Sol S.L.“ um. Unsere höchstoffiziellen Terminbestätigungen müssten ein Passierschein sein, das bestätigt auch die konsultierte Landespolizei.

Einige der Häfen, in denen wir nach einem Platz gefragt haben, wurden ganz nervös, als wir ihnen sagten, dass wir aus Ibiza kämen: „Dann dürft Ihr gar nicht kommen“. Unsere jetzige Marina hat die Frage gar nicht im Prozess. Es hat sie schlicht und ergreifend nicht interessiert, wo wir herkamen, und unsere tollen „Certificados de Desplazamiento“ wurden nicht benötigt.

PS: nach eingehender Beratung haben wir eingesehen, dass die Idee ein Schmarrn ist. Es gibt hier schon Segelanbieter in ausreichender Menge, und das Schiffen wegen eines Grundkapitals von 3.000 € schätzen zu lassen, wäre zu aufwändig. So müssen wir unseren ersten potenziellen Kunden ablehnen – als wir in Marbella anlegen, wandert ein Mann vorbei, und fragt, ob er bei uns Segeln lernen könnte. Also keine GmbH in Spanien – aber, oh well, jetzt sind wir halt in der Provinz Málaga. Kismet.

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